Manchmal können bei Unfall oder Krankheit die Betroffenen plötzlich keine eigenen Entscheidungen mehr treffen. Folgende Tipps helfen den Angehörigen, im Notfall an alles zu denken:
- Verträge, Policen und Unterlagen zusammenstellen
- Finanzstatus auflisten
- Zugangsdaten, Geheimnummern und PIN-Codes hinterlegen
- Vollmachten und Verfügungen ausstellen
- Notfall-Leitfaden ausfüllen und mit einer Vertrauensperson durchgehen
Notfall-Leitfaden (PDF; 154 KB)
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Verträge, Policen und Unterlagen zusammenstellen
Alle wichtigen Unterlagen sollten Sie an einem Ort sammeln und eine Vertrauensperson darüber informieren. Dazu gehören Verträge und Versicherungspolicen sowie Angaben zu Konten, Sparbüchern, Wertpapieren und Immobilien.
Besonders wichtig sind Versicherungen, die bei einem Unfall und im Todesfall greifen. Dazu gehören private Unfall- und (Risiko-) Lebensversicherungen.
Achtung: Im Lauf der Zeit können sich die Lebensverhältnisse ändern, zum Beispiel durch Heirat, Trennung oder Nachwuchs. Passen Sie gegebenenfalls die Police an.
Ansprüche können sich auch aus einer Rentenversicherung, der Betriebsrente und Zahlungen an eine Berufsgenossenschaft oder in eine Sterbekasse ergeben.
Damit Ihr Partner bzw. Ihre Kinder bei Bedarf einen Anwalt einschalten können, achten Sie darauf, dass diese in Ihrer Rechtsschutzversicherung mitversichert sind.
Notieren Sie auch, wo Sie persönliche Dokumente wie Ausweise, Geburts-, Heiratsurkunde, Testament, Patientenverfügung und Vollmachten aufbewahren.
Finanzstatus auflisten
Halten Sie fest, wenn Sie sich privat eine größere Summe geliehen oder anderen Geld vorgestreckt haben. Auch über Kredite und Hypotheken brauchen die Angehörigen einen Überblick.
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Zugangsdaten, Geheimnummern und PIN-Codes hinterlegen
Bei einer Person Ihres Vertrauens sollten Sie eine Liste mit Passwörtern, PIN-Nummern und sonstigen Zugangsdaten hinterlegen. Denken Sie an Ihre EC- und Kreditkarten, sowie Kontozugangsdaten, aber auch an Handy, Computer oder Laptop.
Falls Sie Wertgegenstände und wichtige Unterlagen in einem Bankschließfach aufbewahren, sollte auch hier jemand die Zugangsdaten kennen und wissen, wo sich der Schlüssel befindet. Achtung: der Zugang zum Schließfach wird in dem Moment gesperrt, in dem die Bank vom Tod des Inhabers erfährt. Dann brauchen auch Angehörige eine Vollmacht.
Vollmachten und Verfügungen ausstellen
Um sicherzugehen, dass bei einer Behandlung im Krankenhaus Ihren Wünschen entsprochen wird, sollten Sie eine Patientenverfügung erstellen und gegebenenfalls an einen Organspendeausweis denken.
Oft müssen nach einem Unfall Zahlungen geleistet werden. Denken Sie daher über eine Bankvollmacht nach. Sie ist nicht notwendig, wenn Sie und der potenziell Begünstigte ein Gemeinschaftskonto in Form eines so genannten Oder-Kontos haben. Hier kann jeder Inhaber allein und uneingeschränkt über das Konto verfügen.
Vor allem in nichtehelichen Lebensgemeinschaften sollten sich Partner gegenseitig eine Vollmacht für den medizinischen Notfall ausstellen. Sonst dürfen Ärzte im Krankenhaus unter Umständen keine Auskunft geben.
Eine so genannte Vorsorgevollmacht kann sowohl medizinische und pflegerische als auch finanzielle Befugnisse auf den Bevollmächtigten übertragen, zum Beispiel:
- Einsicht in Krankenakten
- Mitbestimmung in Fragen der Heilbehandlung
- Bestimmung des Aufenthaltsortes (z. B. Umzug in ein Pflegeheim)
- Vermögensverwaltung inklusive aller Bankgeschäfte
- Regelung postalischer Angelegenheiten
Ein Notar hilft bei der rechtlich einwandfreien Formulierung einer Vorsorgevollmacht.
Möchten Sie keine Vollmacht erteilen, können Sie in einer so genannten Betreuungsverfügung festlegen, wer durch das Vormundschaftsgericht als Betreuer eingesetzt werden soll.
Die Bundesnotarkammer bietet unter www.vorsorgeregister.de die Möglichkeit an, Vorsorgevollmachten zu registrieren. So kann Ihre Vollmacht im Notfall schnell gefunden werden.
Notfall-Leitfaden ausfüllen und mit einer Vertrauensperson durchgehen
Damit Angehörige oder Freunde im Notfall wissen, was zu erledigen ist, füllen Sie am besten den Notfall-Leitfaden aus und gehen Sie ihn mit einer Person Ihres Vertrauens durch, damit eventuell aufkommende Fragen direkt geklärt werden können.
Damit diese sicher sein können, dass Ihre Angaben beim Eintritt des Notfalls auch aktuell sind, sollten Sie den Leitfaden in regelmäßigen Abständen prüfen und die Angaben mit Ihrer Unterschrift und Datum bestätigen.
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